Tipps für Paare die aufeinander hocken

Meine Partnerschaft leidet. Wir hocken nur noch aufeinander, was können wir tun?

Das Problem, dass Paare zu viel Zeit miteinander verbringen, ist durch Corona sichtbar geworden. Es war aber auch schon vorher da.

Manchen Paaren schien das zurückgezogene Leben durch Corona richtig gut zu tun – anderen nicht.

Marie und Ralf beispielsweise, verbrachten während der Lockdowns jeden Abend zusammen auf dem Sofa – und gingen sich nach einiger Zeit tierisch auf die Nerven. Vor Corona hatten sie Nähe und Abstand so reguliert, dass einer von beiden nicht zu Hause war. Ich bin heute Abend nicht da! Ich brauche Abstand, ich gehe mit Freunden in die Kneipe, ich bleibe länger im Büro. Das war nun nicht mehr möglich. Und obwohl beide deutlich merkten, dass sie lieber allein sein wollten, waren sie es nicht.

Manchmal braucht man ein bisschen Abstand, um sich wieder aufeinander freuen zu können.

Man kann das auch machen, wenn beide zu Hause sind. Ich will lesen, ich lege mich mal ins Schlafzimmer. Ich möchte grade lieber etwas Ruhe haben, sollen wir nicht später beim Essen quatschen? Das ist natürlich viel schwieriger über die Lippen zu bringen als ein schlichtes: Ich gehe heute aus. Marie und Ralf mussten es erst lernen.

Manchmal ist dann der zweite Schritt, zu bemerken, dass man sehr wohl Zeit miteinander verbringen möchte – aber eben nicht vor dem Fernseher! Und hier kommen wir zu den Paaren, denen die Corona-Krise gut getan hat. Diese Paare haben die Zeit für Begegnung genutzt. Sie haben also nicht Aufeinander gehockt, sondern sich miteinander oder zusammen mit etwas anderem beschäftigt. Das kann Gold wert sein in einer Beziehung!

Falls das Miteinander-etwas-erleben in Ihrer Beziehung eingeschlafen ist, können Sie folgendes probieren:

  • Erinnern Sie sich zusammen an ein Erlebnis, bei dem sie sich als Paar richtig gut gefühlt haben. Vielleicht müssen sie etwas nachdenken, vielleicht fällt ihnen sofort etwas ein. Vielleicht gibt es auch nur ein einziges davon. Suchen Sie das eine Erlebnis, bei dem Sie sich als Paar gut gefühlt haben.
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Was war daran wichtig?

Spaß, woanders sein

 

  • Wenn Sie etwas gefunden haben, schreiben Sie auf, was Ihnen daran wichtig war. Das kann z.B. der Spaß sein, oder dass sie zusammen woanders waren. Nicht zuhause. Oder was auch immer. Machen Sie eine Liste: Was war daran wichtig?
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Was macht Spaß und findet woanders statt?

Spazieren gehen, Kino, Italienisch lernen

 

  • Schreiben Sie dann auf, was Sie heute machen könnten, was den Kriterien der ersten Liste entspricht. Sammeln Sie alles, was Ihnen einfällt, und sei es auch noch so doof. Machen Sie eine möglichst lange Liste, Quantität geht hier vor Qualität.
  • Dann gehen Sie jede Idee durch und stellen sich die Frage: Was bräuchte es, damit das unser neues Erlebnis werden könnte? Wenn Ihnen z.B. der Spaß wichtig ist und Sie haben „Spaziergang“ aufgeschrieben, überlegen Sie, was man tun müsste, damit Spaziergänge Spaß machen. Spinnen Sie ruhig rum! Braucht es einen Thermobecher mit Kaffee und eine lange Pause auf der Bank oder müssten Sie einen witzigen Menschen engagieren, der Sie unterwegs zum Lachen bringt? Oder stört das draußen sein? Wie geht Spaziergang drinnen? Fitness- Studio?
  • Wenn Sie das mit jeder Idee gemacht haben, beurteilen Sie das ganze. Welche Idee möchten Sie aussortieren, welche gefällt Ihnen gut? Welche Teilaspekte haben Ihnen gefallen, obwohl die Idee nicht umsetzbar ist? Schauen Sie, was am Ende übrig bleibt und kreieren Sie daraus eine neue Unternehmung für Ihre Partnerschaft.
  • Beispiel: Ihnen ist wichtig, intensive Zeit miteinander zu haben, neue Horizonte zu erschliessen und Spaß zu haben. Spazieren gehen haben Sie aussortiert, aber die Idee, einen witzigen Menschen zu engagieren, hat Ihnen gefallen. Sie haben sich dafür entschieden, gemeinsam italienisch zu lernen. Sie haben intensive Zeit miteinander und erschliessen neue Horizonte. Aber wo bleibt der Spaß? Sie wollen nicht wirklich jemanden engagieren, aber plötzlich fällt Ihnen Klaus ein – der gute Freund Ihres Partners, der Sie beide immer zum Lachen bringt. Sie fragen Klaus, ob er mit Ihnen einen Italienischkurs belegt.

Und hier nochmal die Übung im Überblick:

  • Was war an der alten Unternehmung wichtig? Was hat mir gefallen?
  • Was könnten wir stattdessen tun? Lange Liste, auch schlechte Ideen aufschreiben! Keine Bewertung, nichts aussortieren. Möglichst viel aufschreiben.
  • Jede Idee durchgehen: Was bräuchte es, damit das unsere neue Unternehmung werden könnte?
  • Aussortieren und entscheiden
  • In die Tat umsetzen

 

Wenn Sie sich miteinander beschäftigen möchten:

Fragen Sie Ihren Partner, wie es ihm geht. Und hören Sie zu!

Das klingt banal, aber es hilft. Meiner Erfahrung nach tun viele Menschen in langen Beziehungen das nicht mehr. Ich vergesse z.B. meinem Partner zuzuhören, wenn ich gestresst bin oder wenn ich zu sehr mit mir beschäftigt bin. Manchmal kommt dann mein Partner zu mir: Wie geht es dir eigentlich? Du wirkst in letzter Zeit so, als würde dich was beschäftigen. Lässt man sich darauf ein, kann ein Abend auf der Couch interessanter werden als jeder Italienischkurs.

 

 

 

 

mmer mehr Single- Haushalte, jede dritte Ehe wird geschieden, Frauen bekommen keine Kinder mehr, wir sind eine Ellenbogen- Gesellschaft. Schlimm, schlimm!

Als ich vor 8 Jahren die Fachpraxis für Paare übernommen habe, war ich nicht darauf vorbereitet. Bei gefühlt jeder Party wurde ich gebeten, Stellung zu beziehen. Inzwischen mache ich das gerne, habe ich doch begriffen: Die Paartherapie fängt dort an, wo ich mit

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